LINING´s HANOMAG Seiten

Bevor es nun so richtig mit all den technischen Daten und Infos los geht, ein Paar postkartenreife Bilder  vorweg.

So schön kann der Winter mit einem RL 20 sein!

Jetzt der Bericht über den Hanomag-Schlepper RL 20 

Ab 1937 erfuhr das Hanomag-Schlepper-Programm eine Abrundung nach unten. Mit dem "Bauernschlepper" RL 20. Hiermit bot man erstmals auch Fahrzeuge für kleinere Betriebe an. Die Grundkonzeption basierte auf dem Aufbau der großen Straßenzugmaschinen SS 55 und SS 100. Ein U-Profilrahmen mit Quertraversen und die als Schwingachse ausgebildete Vorderachse bildeten das Fahrgestell.

Viele Teile bauten zu einem Großteil auf Komponenten der Hanomag-PKW-Produktion auf. Der 1,9 Ltr.-Dieselmotor (D19) stammte aus dem Hanomag-Diesel-PKW "Rekord" und war eine Schargorodsky-Konstruktion. Er leistete im RL 20, bei 2.000 U/min 20 PS.

Die Vorderachse stammt aus dem Hanomag PKW "Sturm". Das Vierganggetriebe kam von ZF-Friedrichshafen und war für eine Höchstgeschwindigkeit von 24 Km/h ausgelegt. Auf besonderen Wunsch gab es auch ein Dreiganggetriebe mit einer Höchstgeschwindigkeit von nur 13 Km/h, um das Fahren ohne Führerschein zu ermöglichen.

Zur Grundausstattung des RL 20 gehörten vier gleichgroße Räder der Größe 6,50 x 20. Auf Sonderwunsch gab es größere Bereifung auf der Hinterachse (8,00 x 20). Sein einziger und aufpreispflichtiger Wetterschutz bestand aus einer Frontscheibe und einem Verdeck.

Vom Typ RL 20 wurden in den Jahren 1936 bis 1948, 4.320 Schlepper gebaut.


Durch eine Zeitungsanzeige wurden wir auf unseren RL 20 aufmerksam. Wir konnten tatsächlich den angebotenen Schlepper erwerben. Die bereits durchgeführte  "Restaurierung" bestand aus einem grauen Anstrich und rot gepinselten Schmiernippel.

                                        






                                                           

 Von der Abladestelle auf dem Weg zum Hof.

Da haben wir schnell noch einen Bulldog mitgenommen!!!     (Stimmt nicht, der Bulldog schiebt)

 

Nach einer kompletten Zerlegung und gründlichen Bestandsaufnahme musste die Entscheidung zum Generalüberholung des Motors gefällt werden. Der Motor wurde nach Holland gebracht.

 

 Die Kurbelwelle nach dem Flammspritzauftrag




 Hier bekommt der D19 den "Kopf gewaschen" und poliert. 




 Ausbohren der Zylinder

 


 Endmontage                                             

 


 Eingebaut sieht er dann heute so aus.


Der Rahmen im Vorderachsbereich und die Vorderachse selbst waren war völlig zerschlissen. Die hinteren Kotflügel waren nicht zu retten und wurden durch LKW-Kotflügel aus dem Regal ersetzt (man möge uns verzeihen). Eine falsche Hinterradfelge konnte durch Zukauf einer Originalfelge ersetzt werden.

Das Dreifach-Instrument und den Tacho hat man in einer Fachfirma in Österreich überholt. 

Lackierung und Elektrik waren dann Handarbeiten. Unsere Lackierung erfolgte in dem Farbton "Resedagrün", da der Schlepper in dieser Farbe das Werk in Hannover verlassen hatte.

Der RL 20 wurde im Werk nur in zwei Farben lackiert und ausgeliefert, Resedagrün oder Maschinengrau, die Felgen hatten immer die Farbe der Karosse und der Fahrzeugrahmen war immer schwarz.

Das Dach und die Frontscheibe wurden nach einer Original-Hanomag-Abbildung nachgefertigt. Die Abbildung wurde uns freundlicher Weise von Bodo Bötel aus Empelde zur Verfügung gestellt.

Hier ein Werkschreiben der Hanomag, in dem für den RL 20 das Verdeck angeboten wird. Dieses Schreiben ist leider nicht datiert, aber der Preis von 225,- DM ist deutlich zu erkennen. Immerhin waren es schon DM die man verlangte. Bei unserem Nachbau haben wir nur knapp diese Kostenvorgabe verfehlt.

 Eine sehr schöne Aufnahme eines RL 20 vom Sägewerk Eduard Krause, Hannover mit einem Eigenbau-Führerhaus. 


 

Hier ist unser RL 20, nach der Restaurierung, noch ohne "Einkaufskorb" zu sehen. Die Riemenscheibe und die Zapfwelle sind deutlich zu erkennen.

 


  Auf einem großen Grundstück fällt immer Arbeit an, auch für den RL 20.



  

Der kleine Hanomag unter seinen großen Brüdern, kurz vor der Abfahrt zum Treckertreffen im Museumsdorf Hösseringen.



Die neue Generation ist schon da, Tom mit Zollstock und Opa Jürgen. Haben wir hier die nächste Oldtimer-begeisterte Generation?

 

 

 Annette stellt in Hösseringen den RL 20 vor.

Michael B. hatte nicht nur Anmerkungen über den RL 20 sondern auch über die holde Weiblichkeit zur Hand.




Nach jahrelanger Suche nach einen restaurierungswürdigen Hanomag-Schlepper RL 20, war die Freude naturgemäß sehr groß, als das "Schmuckstück" (s.o.) auf dem Hof stand.                                                                                                                                                        

Es folgte eine sehr schöne Zeit der Restaurierung und Suche den fehlenden Teile auf den Teilemärkten. Jeder noch so kleine Fund hat uns unserem Ziel, möglichst den Originalzustand zu erreichen, näher gebracht. Die Hinterreifen der Größe 8,00 x 20 AS sind eine Extra-Anfertigung der Fa. Continental.

Der Motor springt mit 24 V sehr gut an und läuft sauber. Die Hinterachse hat ihren Zenit überschritten und soll in Kürze überholt werden. 

Alles in Allem macht es sehr viel Freude diesen 1938 gebauten  Schlepper zu fahren und zu erfahren.